Der große Kaffee-Guide von Köln

Röstereien in Köln, Wo gibt es in Köln leckeren Kaffee?, Kaffee-Art

Unsere Stadt hat einen ganz großen Vorteil:
 Im Prinzip ist es wirklich schwer, in einem Café in Köln einen schlechten Kaffee zu bekommen. Hier zeigt sich der Kölsche Klüngel von seiner positiven Seite.  Es ist nämlich so: Köln verfügt über eine hohe Dichte an exzellenten Kaffeeröstereien.


Viele Cafés beziehen die Bohnen also direkt aus der Nachbarschaft. Im Rotkehlchen bekommt ihr Schamong. In der Kaffeebud gibt es Heiland, im Pimock Van Dyck.
So zieht sich die Reihe der guten Bohnen durch Köln. Dementsprechend würde ein Café-Sample nur mittelmäßig gerecht sein, wenn Cafés an den Bohnen der Röstereien gemessen werden.

Wie wäre es also mit einem Röstereien-Ranking an dieser Stelle?
Zeit also, um die Röstereien aus Köln vorzustellen, an denen ihr früher oder später vorbeikommt:
Van Dyck, Schamong, Coffee Gang, Heilandt und Ernst.

Diese Cafés und Röstereien in Köln sind eine sichere Bank – immer:

Van Dyck

Das Auge trinkt mit, keine Frage. Van Dyck ist eigentlich die Bezeichnung für einen bestimmten Braun-Ton. Beim Namen Van Dyck aber kommen den Kölnern direkt die Gedanken an die Mint-Grünen Verpackungen des Van Dyck Kaffees.
Die Rösterei setzt auf ein sehr ästhetisches Auftreten, auch in den Verkaufsstellen in Ehrenfeld und Mülheim. Seit die zweite Stelle in Mülheim geöffnet hat, wird auf der Körnerstraße nicht mehr geröstet. Die große Röstmaschine am Ende des schmalen, umgebauten Friseurstudios fehlt leider ein wenig. Aber was soll’s, der Geruch bleibt trotzdem in der Luft, oder zumindest die Vorstellung davon.

Genug vom ästhetischen Auftreten. Wie der Kaffee schmeckt, ist hier die Frage. Mein liebster Espresso dort ist der „Ehrenfelder“. Die Mischung besteht aus 40 Prozent Robusta Bohnen. Das bedeutet, dass diese Bohnen ein intensiveres Aroma haben als Arabica Bohnen und somit den Espresso stärker machen. Ich finde den Espresso im Cappuccino sehr aussagekräftig, weil das Aroma nicht direkt verfliegt. Also so ein wenig wie das Ehrenfelder Leben, denn von irgendwoher muss der Name ja kommen.

 Wer vor Ort ein Getränk bestellt, sollte nach dem „Ehrenfelder“ fragen. Ansonsten erhält man den milderen „Adorno“.

Da ich Zuhause den Kaffee mit einer French Press mache, ist mein Favorit die Filterröstung „Rosso“, da er nicht zu schokoladig und nicht zu fruchtig schmeckt und damit zu jeder Tageszeit aufgebrüht werden kann.

Spätestens im Advent sollte jeder mal zu Van Dyck oder beim Körnerstraßenfest in Köln-Ehrenfeld reinschneien. Der zu dieser Jahreszeit angebotene Weihnachtskaffee schmeckt phänomenal und würzig.
Würziger Kaffee, glaubst du nicht? Dann solltest du diesen Kaffee unbedingt vor Ort probieren. 


Schamong 

Mein Stammröster bleibt aber eigentlich Schamong. Das liegt schlicht daran, dass die Rösterei in meiner unmittelbaren Nachbarschaft liegt und ebenfalls exzellenten Kaffee hat. Das Herzstück der Rösterei bleibt hier die Röstmaschine. Das Geräusch, wenn Bohnen übereinander reiben, abkühlen und einen geborgenen Geruch aufsteigen lassen, macht den Kauf zum Erlebnis für die Sinne. 

Mein Favorit, und versprochen, es ist nicht wegen des Namens: „Ehrenfelder Spezial“. Diese Röstung wird hier als Kaffee verkauft und eignet sich deshalb für die French Press. Wie oben schon geschrieben, kaufe ich für die French Press gerne Bohnen, die ausgewogen und nicht zu fruchtig schmecken. Dieser Kaffee eignet sich sehr gut, da er auch mal eine halbe Minute zu lange aufs Runterdrücken warten kann und nicht bitter wird.
Als Alternative den „Kölner Melange“ probieren: Ein wenig kräftiger im Geschmack und definitiv was für den Morgen.
Als Espresso Mischung kann ich „Napolitana“ empfehlen. Im Gegensatz zu meinem Favorit bei Van Dyck ist diese Mischung sehr mild, mit weniger Robusta Anteil. Dennoch schmeckt der Espresso nicht zu fruchtig.

Der Cold Brew bei Schamong rettet mir regelmäßig den Samstag, wenn ich mit Kopfschmerzen geplagt erst bei Valerien ein Croissant hole und anschließend bei Schamong ein koffeinhaltiges Kaltgetränk.
Der Cold Brew dort ist einer der wenigen, die ich ohne Milch trinke, da er durch die Eiswürfel natürlich ein wenig verdünnt wird, aber der Kaffee auch an sich sehr mild und dennoch mit einem ausdrucksstarken Geschmack angesetzt wird.

Mitte 2017 hat Schamong übrigens die Verpackungen geändert und ist von Plastik auf Papier umgestiegen.
Und: Dort kann der Kaffee auch im Recup-Becher bestellt werden. Wer sich also immer noch aufregt, weil Schamong Kapseln verkauft, sollte durchatmen.


Coffee Gang 

Kaffee ohne Milchzugabe – das schaffen sonst nur die Kaffeegangster von der Coffee Gang mit ihrem göttlichen Cold Brew. Und damit steigen wir mal direkt in die Third Wave ein. Der Laden am Zülpicher könnte genau so auch in Kopenhagen oder Stockholm zu finden sein. Wer ab und zu ein wenig mehr Hipster-Ambiente sucht, ist in der weiß-braun designten Kaffeebude perfekt aufgehoben. Und damit ein wenig Kopenhagen auch nach Nippes kommt, wurde auf der Neusser Straße ein zweiter Laden eröffnet. 

Die Kaffeegangster wissen aber auch zu brühen: Der Kaffee ist göttlich!
 Mein Favorit neben dem Cold Brew ist der super cremige Cafe Latte oder Flat White, je nach Stimmungs- und Tageslage. Er schmeckt keineswegs nach italienisch-starkgeröstetem Kaffee, sondern einfach nach einem süßlichen, perfekt ausbalanciertem Kaffeearoma.

Der Houseblended Kaffee wird als Kaffee und Espresso vor Ort verkauft.
Der Espresso kann aber auch als Kaffee gebrüht werden, sodass er etwas nussiger mit Milch schmeckt. Der eigentliche Kaffee dagegen schmeckt deutlich fruchtiger und sollte nicht mit zu viel Milch getrunken werden.


Ernst

Jede Stadt hat einen Star. Und Ernst ist der Ort, wo viele Barista in Köln selber ihren Kaffee trinken. Er liegt leider in der Südstadt und ist so für alle Südstädter eine Bereicherung, für alle anderen ein Ort, der gezielt bei Ernst-Jieper angestrebt wird. 

Wer einmal da ist, sollte ein bis zwei Packungen mitnehmen und sich beraten lassen. Und, man sollte sich, wenn ein Platz frei ist, ans Fenster setzen, einen Kaffee sowie eine Rosinenschnecke bestellen und das rustikale Ambiente mit dem perfekten Kaffee genießen. 

Warum es dort so perfekt schmeckt? Probiert es selber aus!


Heilandt Kaffeemanufaktur 

Erstens: Heilandt hat bis 19 Uhr auf und man bekommt sogar nach Feierabend noch Kaffee.
Zweitens: Dann kann man noch die brasilianische Röstung kaufen.
Drittens: Dann kann man ein Stück getoastetes Bananenbrot essen.

Ansonsten hat Heilandt noch einen Standort-Vorteil: Es liegt im Belgischen Viertel. Also wenn alle anderen Röstereien zu weit weg sind, kann man immer noch dorthin. 

Geschmacklich kann Heilandt mit den anderen Röstereien ganz klar mithalten. Die Mischung „Brazil Fazenda Nossa Senhora de Fatima“ schmeckt leicht fruchtig und im Nachgang trotzdem schokoladig. Das ist zumindest der Packung zu entnehmen.
Long Story short: Er schmeckt einfach sehr geil! Außerdem kann man ihn praktisch in ganz Köln finden wie die Karte zeigt:



Teile diesen Pin gerne mit anderen: 


Diesen Artikel über Kaffeeröstereien in Köln schrieb unsere Bohnenliebhaberin Theres. Sie findet ihr beim Kaffee trinken meistens in Ehrenfeld. Auf ihrem Instagramprofil teilt sie noch mehr private Momente mit euch.


Schon gesehen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.